Reisebericht Bikeabenteuer Utah 25.05. - 31.05.09

 
Biketrip Utah, Mai 2009
Utah - Roadtrip 2009

Reisebericht Bikeabenteuer Utah 25.05. - 31.05.09

Unsere Entdeckerreise nach Utah startet gleich mal mit einer Flugtagänderung. Statt wie geplant am 26. Mai zu fliegen wurde unser Flug um einen Tag vorverlegt. Aber die Gruppe war flexibel und so nahmen wir den zusätzlichen Tag in Las Vegas als Geschenk und planten eine Biketour durch die Stadt der Spieler und Gambler. Schon bei der Ankunft erlebten wir die amerikanische Gastfreundschaft. Der Weg vom Gepäckband zum Taxi war wunderbar kurz und so hatten wir kein langes Geschleppe mit unseren Bikekoffern und Taschen. Im Kleinbus Taxi ging es dann direkt zum South Point Hotel. Einem Megahotel mit gigantisch großem Spielcasino.      

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns daran, die Bikes zu montieren. Das war schon mal ein Riesenspaß und auch die Testfahrten verliefen zufrieden stellend.        

Daniel prägte heute den Spruch des Tages. Als Matze erklärte, dass er das erste Mal Flatpadles montieren würde meinte Daniel: „das erste Mal Flatpadles ist besser als das erst Mal Klickpedale“. Alles klar dachte sich Matze und legte los.
 
Wir machten uns dann auf den Weg nach Downtown und staunten nicht schlecht, was die Amis alles nachgebaut hatten. Eigentlich alles, ob Pyramiden aus Ägypten, den Eifelturm aus Paris, die Skyline von New York, den Markusplatz aus Venedig, alles was Tradition hat, wurde kopiert.
Wir haben Rolltreppen und normale Treppen mit unseren Bikes genutzt und waren schnell Teil der großen Las Vegas Show, am Ende hat man uns Trinkgeld angeboten, weil einige tatsächlich dachten, dass wir zum Unterhaltungsprogramm gehören. Diese Amis.
            
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, Auto beladen und Abfahrt nach St. George.                          
         
Das Hampton Hotel war klasse, nicht zu groß, schöne geräumige Zimmer, Kühlschrank, alles was man braucht. Hier waren wir für zwei Nächte einquartiert und es stand der Bear Claw Poppy Trail und in Ghoosberry der Ghoosberry Mesa Trail an.
Der Bear Claw Poppy Trail ist der Hausberg in St. George. Ein Vorgeschmack auf das was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte, flowig geshapte Trails auf griffigem Sandstein. Teilweise steile Stücke bergab, dann kurze giftige Gegenanstiege, die dann wieder flowig dahin gingen. Genau das richtige für den Anfang. Und weil es so schön war, sind wir gleich noch ein zweites und drittes Mal hoch geshuttlet. Ein paar Tipps von unseren Guides und Profifahrern gaben uns genügend Sicherheit und reduzierten das Tempo auf ein vernünftiges Maß. Was nach der langen Anreise auch Sinn machte.
 
Am Abend gab es ein kurzes Bier und alle fielen müde in die King Size Betten. Am nächsten Morgen stand die Fahrt nach Ghoosberry an. Mark und Master-Guide versprach uns heute einen Tag mit jeder Menge Highlights und wir würden den gestrigen „Einrolltag“ schnell vergessen. Er sollte Recht behalten.
  
Ghoosberry Mesa Trail wurde von Morgan, unserem heutigen local Guide, mit entwickelt. Er führt durch ein Gebiet von hellrotem Sandstein und bietet auf einem Areal von 9 x 8 Meilen unterschiedlichste Strecken von unterschiedlicher Länge und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Wer Morgan das erste Mal sieht, denkt sich in der Regel: „das soll heute unser Guide sein“? 64 Jahre alt, ausgestattet mit einem schlichten Cannondale und einem ordentlichen Bierbauch erklärte er uns die Runde die wir fahren sollten. Recht technisch soll es werden, viele kurze steile Anstiege und immer wieder steile Abfahrten. Na ja, dachten wir uns, dann zeig uns mal deinen Haustrail. Nur Matze hatte so eine Vorahnung und meinte: „Jungs, der kann was“. Schon nach wenigen Kilometern war allen klar, dass wir hier niemand geringeren als Guide hatten als den Goodfather von Ghoosberry. Er hat in mühsamer Kleinarbeit sämtliche Trails abgefahren und mit weißen Punkten am Boden markiert. Später kam Schilder dazu, die den Trail genauer bezeichnen und nach Schwierigkeitsgrad einteilen. Und als wir am Ende der Runde alle reichlich geschafft waren, hatte Morgan immer noch denselben entspannten Gesichtsausdruck wie vor der Tour. Ratz fatz hatte er sein Cannondale auf dem Pick Up verstaut und telefonierte eben mal schnell mit dem who is who der amerikanischen Bikeszene.

Roadtrip Utah 2009

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Die Tour selbst war gigantisch. Mit viel Flow ging es ständige leicht bergab, kurz und knackig bergan und dabei hatten wir einen Ausblick, dass wir alle paar hundert Meter von Manfred unserem Fotografen angehalten wurden um Fotos zu machen. „Shoot the Photograph“ war Morgans Meinung nach 3,4 Kilometern und wir trennten die Gruppe auf, um mehr in Fahrt zu bleiben. Es war klasse, wie Morgan das Tempo vorgab, vor manchen Kurven den richtigen Gang ansagte, weil es danach kurz und steil bergauf ging. Perfektes Guiding war das und wir hatten alle einen Riesenspaß und immer noch genug Zeit um eindrucksvolle Fotos zu schießen.
          
Nach der Tour ging es zum Lunch in ein typisch amerikanischen Restaurant und für den Nachmittag stand ein Downhill auf dem Programm.    

In Hurricane sollte es der Jem Trail werden. Auch hier gab es wieder einen Vorgeschmack auf die Touren der nächsten Tage. Wir starteten am Jem Trailhead von einem Parkplatz aus. Mark fuhr mit dem Van auf der Straße zu unserem Zielort und wir hatten 1 ½ Std. Downhill vor uns.
Jeden Moment hatte man den Eindruck, dass Winnetou um die Ecke gebogen kommt und uns sein Indianerland zeigt. Anfangs ging es flowig über schön weit geshapte Trails dahin, danach wechselte der Trail an die Kante des Canyons, den sogenannten Rim, und wir fuhren oben auf dem Rim entlang. Wenige Meter neben uns ging es senkrecht 100 Meter runter, unten schlängelte sich der Fluss durch das Tal und wir bekamen einen Ahnung, wie Porcupin Rim werden würde. Dann wurde es steiler und wir fuhren in eine Canyon hinunter. Lockeres Steingeröll, Spitzkehren und ausgesetzte Wege, unten im Canyon wurde es etwas flacher und wir fuhren, immer wieder den kleinen Fluss querend, Richtung Talausgang. Unten erwartet uns ein grinsender Mark. Unsere lachenden Gesichter bestätigten ihm, dass er uns heute morgen nicht zu viel versprochen hat.
    
Am Abend sind wir dann in ein klasse italienisches Restaurant gegangen und haben prima Pasta und leckere Hauptgerichte bekommen. Grenzwertig ist die Abrechnerei mit einer großen Gruppe. Meist wird alles auf eine Rechnung geschrieben und mit einem Service Aufschlag versehen. Die Regel ist, dass man 10-15% Trinkgeld dazu gibt, je nach dem wie gut es einem gefallen und geschmeckt hat. Den Spruch des Tage prägte heute Markus: „Romantik wird völlig überbewertet“
Nach einer weiteren Nacht im Hampton Hotel ging es dann früh los nach Ritchfield. Ziel des heutigen Tages: Thunder Mountain! Wir fuhren direkt in den National Dixi Park an den Coyote Hollow Trail. Auch hier ging es wieder vom Trailhead Parkplatz ein kurzes Stück bergauf und dann gab es einen Flash nach dem anderen. Rote Berge, dazu grüne Tannen und Fichten soweit das Auge reichte, es war ein einzigartiges Panorama und nicht nur unsere Fotografen waren hin und weg. Da machte es auch nichts, dass das Wetter heute leicht zugezogen hatte.
   
Niemand von uns hatte jemals zuvor in solch einer Kulisse biken dürfen. Normalerweise fährt man die Tour in 2 ½ Stunden, doch wegen der vielen Stopps und Fotopausen wurden daraus gleich mal fast 4 Stunden.
Was soll ich viel sagen, die Trails waren gemalt und so flowig geshapt, dass wir teilweise mit einem irren Tempo gefahren sind, kleine Anlieger haben uns durch die Kurven getragen und die Aneinanderreihung von Turns war sagenhaft. Wer immer die Möglichkeit hat in Utah einmal zu biken, darf diesen Spot nicht verpassen. Er ist einfach verdammt gut. Nach 2/3 der Strecke begann es hinter uns in den Bergen zu blitzen und donnern und wir machten schnell noch ein paar Fotos um dann an einem Stück durch zu ziehen. Es war so der Hit, es lässt sich kaum beschreiben. Mark wartete am Auto schon auf uns und war froh, dass wir rechtzeitig vor dem Gewitter unten waren. Er hatte Sandwiches und Getränke besorgt und so standen wir alle auf dem Parkplatz hatten ein dickes Sandwich in der Hand und ein fettes Grinsen im Gesicht.
    
Das war jetzt eine hohe Vorgabe für unseren Nachmittags Trail, den wir nach einer kurzen Fahrt mit dem Van schnell erreicht hatten. Losee Canyon Trail. Hätten wir diesen Trail an einem anderen Tag gefahren, er hätte uns sicher aus den Schuhen gehauen, aber nach Thunder Mountain gibt es keine Steigerung und so fuhren wir diesen Trail wie in einem Film, genossen die Begegnung mit einer Gruppe von Cowboys, schossen mit den Bikes durch den kleine Creak, überquerten Brücken und machten noch ein paar schöne Fahrtechnik Aufnahmen. Aber jeder von uns hatte den Vormittag im Kopf und wenn Mark gesagt hätte er fährt mit uns noch einmal an den Trailhead, keiner hätte abgelehnt!          
Leider mussten wir uns heute von Mark verabschieden. Er hat uns „seine“ besten Spots gezeigt, hat uns Infos und Tipps gegeben, war für jeden Spaß zu haben und nicht zuletzt hat er uns perfekt verpflegt. Mark, vielen Dank, das war ein perfekter Job! Wir werden uns sicher wieder sehen.

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Für uns hieß es nun nach Moab aufzubrechen. Eine weitere Nacht in Ritchfield und dann waren wir nach 3 Stunden Fahrt in Moab.
Moab, die legendäre Mountainbike Stadt hält alles was man vorher gelesen oder gesehen hat. Mitten in den Bergen dreht sich hier alles ums Mountainbiken. Keine Kneipe, kein Shop, keine Tankstelle, die nicht irgend etwas mit Biken zu tun hat. Im Hotel werden die Bikes wie selbstverständlich mit aufs Zimmer genommen und wenn man am Abend sein Bike kurz abwaschen will geht man schnell über die Straße und kann beim Bikewash das gute Stück für den nächsten Tag herrichten. Gleich auf dem Hotelparkplatz treffen wir Chrisy unser local Guide für die nächsten beiden Tage. Neben ihrem Krankenschwestern Job führt sie seit Jahren Mountainbike Gruppe über die Trails von Moab und wir waren so begeistert von ihr, dass wir sie für den Herbst nach Europa eingeladen haben, damit sie bei unserer Indian Summer Tour im Vinschgau dabei sein kann. Aber der Reihe nach.
    
Schon die Fahrt nach Moab ist ein Erlebnis, wir klettern mit unserem Van auf 3000 Meter und haben bei Zion eine fantastischen Blick über die Indianerlandschaft von Utah. Das Land ist gewaltig und das Adjektiv „klein“ haben wir schon mal komplett aus unserem Wortschatz gestrichen.
Nachdem wir im Hotel schnell eingecheckt haben geht es auch schon los und wir machen uns auf den Weg zum legendären Moab Slickrock Mountainbike Park. Jep, es ist genau das wonach es sich anhört, ein Park ganz allein für Mountainbiker. Trails und Touren von unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Vergesst die Vorschriften und das Regelwerk aus den Alpen, hier wurde ein Naturpark für Mountainbiker hergerichtet und alle notwendigen Voraussetzungen dazu zu 100% umgesetzt. Es ist einfach unglaublich.   

Die ehemalige Dünenlandschaft wurde durch Natureinflüsse in den Jahrhunderten zu hartem Sandstein, wobei die Form der Dünenlandschaft vollständig erhalten geblieben ist. Man „surft“ mit dem Bike durch die Dünen, hat einen wunderbaren Flow und kommt aus dem Staunen nicht heraus. So weit das Auge reicht, roter Sandstein, oder der Kane River, von weitem der Porcupine Rim und ansonsten nur Biketrail. Gigantisch. „Follow the white dots“ stand am Anfang auf der großen Tafel die uns willkommen geheißen hat. So schützt man die Natur und ist immer sicher unterwegs.

Wir flippen fast aus, wollen losdüsen und uns diesen Spaß nicht nehmen lassen. Zum Glück haben wir Chrisy dabei, die unser Tempo etwas einbremst und uns darauf aufmerksam macht, dass wir in den nächsten 4 Stunden an keiner Wasserstelle vorbei kommen und mit unseren Kräften haushalten sollen, es hat immerhin 38 Grad und die Anstiege sind teilweise supersteil, eigentlich nicht fahrbar und nur wegen des extrem griffigen Sandsteins zu schaffen.
Immer wieder cruisen wir die Dünen hinunter und werden in der Kompression richtig zusammen gedrückt um dann umso schneller wieder in den Uphill zu schießen. Es ist fantastisch und wir wollen immer weiter und weiter. Aber natürlich hatte Chrisy recht und nach zwei Stunden machen wir erst mal eine richtige Pause. Die Hitze zehrt an den Kräften und wer nicht genug Wasser dabei hat, sorgt sich schon ein bisschen. Aber letztendlich treibt uns der Spaß immer weiter voran und die Fotos die wir schießen sind so einzigartig, dass wir gar nicht wissen, welches wir hier für die Auswahl hernehmen sollen. Als wir wieder am Parkplatz ankommen sind wir ko und glücklich. Die flotte Abfahrt über Asphalt bis zum Hotel geht wie im Rausch. Freudestrahlend setzen wir uns auf der Hotelterrasse zusammen und genießen erst mal ein kühles Budweiser. Am Abend geht es dann in die Moab Brewery und wir gönnen uns noch ein Bier und lassen uns die Steaks schmecken. Die Stimmung in der Gruppe war schon die ganze Zeit gut, aber heute ist sie so gelöst und entspannt wie noch nie, vielleicht weil jeder von uns einen gigantisch großen Biketag erlebt hat.

Die meiste Arbeit hat heute Markus vollbracht, er hat sein Orange mit den Flatpadels so die steilen Anstiege hochgetrieben, dass wir alle vor Bewunderung Respekt gezollt haben. Johanna, Daniel und Manfred kamen erst beim Dunkel werden vom Berg zurück. Professionell Fotos machen kann manchmal richtig in Arbeit ausarten. Aber wie wir sehen konnten, hat es sich gelohnt.
Mein Spruch des Tages: „Es gibt ein Leben nach dem Forstweg“

Was soll jetzt eigentlich noch an Steigerung kommen? Nach Thunder Mountain und Slickrock geht doch gar nicht mehr mehr, oder?
Es geht, glaubt mir, ich hab es selbst erlebt. Es geht, weil es noch etwas total anderes gibt als das was wir bisher erlebt haben. 37 Kilometer Downhill durch mindestens drei verschiedene Vegetationszonen.          

Am Morgen kommen wir nur zäh aus den Betten, die letzten Tage habe Kraft gekostet und die Fahrerrei durch Utah steckt uns in den Knochen. Nach einem schnellen Frühstück sitzen wir im Auto von Porcupine Shuttle und lassen uns auf über 2500 Meter shuttlen. Vor uns liegen ca. 2800 Tiefenmeter auf ca. 37 km. Niemand von uns hat so etwas vorher gemacht. Auch unsere Profis in der Gruppe stehen vor einer neuen Erfahrung. Tendenziell geht es heute bergab, aber ein paar Anstiege sind auch dabei und so wird auch dieser Tag wieder einiges an Kalorien verbrennen. Oben auf dem Porcupine Trailhead ist es frisch, wir ziehen unsere Jacken über, einige von uns holen ihre Protektoren raus. Johanna checkt die Bikes, bei Chrisy muss die Bremse noch mal nachgestellt werden. Dann cruisen wir durch einen Birkenwald zum Anfang des Trails. Und Birkenwald heißt hier gleich mal richtig großer Birkenwald. Das Laub ist maigrün und Manfred unser Fotograf lässt gleich mal anhalten ...! Von weitem hören wir das Geheule einer Hundemeute, die auf Fuchsjagd gehen. Wir wollen Tiefenmeter sammeln. Also, dann mal los.
 
Der Trail beginnt flowig und zieht in weiten Bögen über erdigen Untergrund. Es ist kitschig ohne Ende, ein Blumenmeer wird von einem hand geshapten Trail durchzogen, Originalton Daniel: „Alter, wie krass ist das denn hier“. Und stürzt sich in den Flow. Der Trail teilt sich, kreuzt sich nach einigen hundert Metern um dann wieder zusammen geführt zu werden. Schon jetzt huldigen wir den begnadeten Händen, die hier gearbeitet haben. Wieder geht es durch ein Waldstück um dann an einem Forstweg zu kreuzen. Hier treffen wir uns alle wieder. Keiner sagt viel, alle suchen nach Worten, nur Daniel nicht, der springt einfach mal über den Forstweg drüber.
Dann wird es aus dem Singletrail ein Doubletrail. Wie es sich zeigt gibt es aber nur eine gute Linie und wir ziehen durch ein Gebiet von Feldern und Wiesen, immer noch auf erdigem Untergrund. Allmählich nähern wir uns dem Rim, die Kante an der der Trail entlang führt, teilweise nur wenige Meter vom Abgrund entfernt, der hier bis zu 300 Metern in die Tiefe stürzt. Gigantisch. Vorher gibt es aber eine kleine Pause in der Chrisy ihre ersten Deutschbrocken lernt. Da sie hauptsächlich an Schimpfworten interessiert ist, loben wir hier mal ihre schnelle Auffassungsgabe und verschweigen den Rest.
Ein „Fotostein“ bietet noch mal einen tollen Hintergrund für Fotos und dann geht es durch ein waldiges Stück mit unendlich vielen engen Turns, die sich sehr flüssig fahren lassen.
  

Roadtrip Utah 2009

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Immer wieder kommen wir an den Rim und manchmal fahren wir mehrer 100 Meter am Abhang entlang. Nun wird der Untergrund steiniger und ruppiger, aber die Stufen sind gerade so hoch, dass sie sich noch gut fahren lassen und immer wieder gibt es riesige Felsplatten, die den Armen eine kurze Pause gönnen.
   
Die Hälfte des Wegs ist geschafft und wir packen unser Sandwiches aus und diskutieren mit einer Gruppe amerikanischer Bombenleger über den Trail und was uns alle noch erwartet. Immer wieder ist ein Platten zu flicken und unser Klaus Stöhr ist heute mit zwei Durchschlägen der Rekordhalter in der Gruppe, er lässt seinem Rocky Mountain auch freien Lauf und kennt keine Gnade.
    
Nun wird es noch einmal richtig technisch und Thomas spürt seinen Sturz vom Ghoosberry Trail, bei dem er sich die Rippen geprellt hat. Die Stufen werden höher, der Untergrund wechselt zu losen Geröll, an manchen Stellen steigen wir besser ab und schieben und tragen die Bikes. Nach der Schotterpassage wechseln wir wieder auf roten Sandstein, teilweise sind die Trails sehr schmal und führen fast die ganze Zeit am Rim entlang, aber der Flow ist wieder da, wir wagen kleine Sprünge, schlängeln uns zwischen mannshohen Steinen hindurch und finden ab und zu einmal Zeit das gigantische Panorama zu genießen. Der Canyon wird enger und unten zieht sich das grüne Band des Colorado Rivers entlang. Wir vernichten mächtig Höhenmeter und nehmen immer mehr Fahrt auf. Die Jungs mit den flachen Pedalen und langen Federwegen sind heute endlich mal im Vorteil, von ihnen sehen wir nur das Hinterrad. Aber wartet nur, der nächste Gegenanstieg kommt bestimmt. Heute zwar nicht mehr, aber die Geschichte mit dem Lieblingsuphill kommt ja später noch einmal.
      
Voller Endorphine treffen wir uns alle auf dem Parkplatz unten am Colorado River und müssen uns erst einmal setzen. Porcupine Rim. Wir haben ihn gefahren ... und wie. Es war die absolute Krönung eines total gigantischen Trips durch Utah und als wir am Abend wieder in der Moab Brewery zusammen hocken und auf unser verdienten Bier warten ist allen klar. Wir haben eine der eindrucksvollsten Bikewochen erlebt, die man hier auf unserem Planeten machen kann. Wer immer die Möglichkeit hat hierher zu kommen, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Es war awesome, wie der Amerikaner sagt, totaly awesome.
   
Unser Trip durch Utah ist damit zu Ende. Wir machen uns auf den Weg nach Norden. Wir wollen die kanadischen Rocky Mountains kennen lernen. Dazwischen liegen 1800 km und ein Ort namens Butte. Aber das ist eine eigene Geschichte wert und deshalb ist für heute erste einmal alles gesagt. Nur noch soviel: „Biken ist besser als nicht Biken“
 
 
letzte Aktualisierung: 23.03.2010
 
 

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