Unsere Entdeckerreise nach Utah
startet gleich mal mit einer Flugtagänderung. Statt wie geplant am 26.
Mai zu fliegen wurde unser Flug um einen Tag vorverlegt. Aber die
Gruppe war flexibel und so nahmen wir den zusätzlichen Tag in Las Vegas
als Geschenk und planten eine Biketour durch die Stadt der Spieler und
Gambler. Schon bei der Ankunft erlebten wir die amerikanische
Gastfreundschaft. Der Weg vom Gepäckband zum Taxi war wunderbar kurz
und so hatten wir kein langes Geschleppe mit unseren Bikekoffern und
Taschen. Im Kleinbus Taxi ging es dann direkt zum South Point Hotel. Einem Megahotel mit gigantisch großem Spielcasino.
Gleich
nach dem Frühstück machten wir uns daran, die Bikes zu montieren. Das
war schon mal ein Riesenspaß und auch die Testfahrten verliefen
zufrieden stellend.
Daniel
prägte heute den Spruch des Tages. Als Matze erklärte, dass er das
erste Mal Flatpadles montieren würde meinte Daniel: „das erste Mal
Flatpadles ist besser als das erst Mal Klickpedale“. Alles klar dachte
sich Matze und legte los.
Wir
machten uns dann auf den Weg nach Downtown und staunten nicht schlecht,
was die Amis alles nachgebaut hatten. Eigentlich alles, ob Pyramiden
aus Ägypten, den Eifelturm aus Paris, die Skyline von New York, den
Markusplatz aus Venedig, alles was Tradition hat, wurde kopiert.
Wir haben Rolltreppen und normale Treppen mit unseren Bikes genutzt und waren schnell Teil der großen Las Vegas Show,
am Ende hat man uns Trinkgeld angeboten, weil einige tatsächlich
dachten, dass wir zum Unterhaltungsprogramm gehören. Diese Amis.
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, Auto beladen und Abfahrt nach St. George.
Das Hampton Hotel
war klasse, nicht zu groß, schöne geräumige Zimmer, Kühlschrank, alles
was man braucht. Hier waren wir für zwei Nächte einquartiert und es
stand der Bear Claw Poppy Trail und in Ghoosberry der Ghoosberry Mesa Trail an.
Der
Bear Claw Poppy Trail ist der Hausberg in St. George. Ein Vorgeschmack
auf das was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte, flowig geshapte
Trails auf griffigem Sandstein. Teilweise steile Stücke bergab, dann
kurze giftige Gegenanstiege, die dann wieder flowig dahin gingen. Genau
das richtige für den Anfang. Und weil es so schön war, sind wir gleich
noch ein zweites und drittes Mal hoch geshuttlet. Ein paar Tipps von
unseren Guides und Profifahrern gaben uns genügend Sicherheit und
reduzierten das Tempo auf ein vernünftiges Maß. Was nach der langen
Anreise auch Sinn machte.
Am
Abend gab es ein kurzes Bier und alle fielen müde in die King Size
Betten. Am nächsten Morgen stand die Fahrt nach Ghoosberry an. Mark und
Master-Guide versprach uns heute einen Tag mit jeder Menge Highlights
und wir würden den gestrigen „Einrolltag“ schnell vergessen. Er sollte
Recht behalten.
Ghoosberry Mesa Trail wurde
von Morgan, unserem heutigen local Guide, mit entwickelt. Er führt
durch ein Gebiet von hellrotem Sandstein und bietet auf einem Areal von
9 x 8 Meilen unterschiedlichste Strecken von unterschiedlicher Länge
und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.
Wer
Morgan das erste Mal sieht, denkt sich in der Regel: „das soll heute
unser Guide sein“? 64 Jahre alt, ausgestattet mit einem schlichten
Cannondale und einem ordentlichen Bierbauch erklärte er uns die Runde
die wir fahren sollten. Recht technisch soll es werden, viele kurze
steile Anstiege und immer wieder steile Abfahrten. Na ja, dachten wir
uns, dann zeig uns mal deinen Haustrail. Nur Matze hatte so eine
Vorahnung und meinte: „Jungs, der kann was“. Schon nach wenigen
Kilometern war allen klar, dass wir hier niemand geringeren als Guide
hatten als den Goodfather von Ghoosberry. Er hat in mühsamer
Kleinarbeit sämtliche Trails abgefahren und mit weißen Punkten am Boden
markiert. Später kam Schilder dazu, die den Trail genauer bezeichnen
und nach Schwierigkeitsgrad einteilen. Und als wir am Ende der Runde
alle reichlich geschafft waren, hatte Morgan immer noch denselben
entspannten Gesichtsausdruck wie vor der Tour. Ratz fatz hatte er sein
Cannondale auf dem Pick Up verstaut und telefonierte eben mal schnell
mit dem who is who der amerikanischen Bikeszene.
Roadtrip Utah 2009
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Die
Tour selbst war gigantisch.
Mit viel Flow ging es ständige leicht bergab, kurz und knackig bergan
und dabei hatten wir einen Ausblick, dass wir alle paar hundert Meter
von Manfred unserem Fotografen angehalten wurden um Fotos zu machen.
„Shoot the Photograph“ war Morgans Meinung nach 3,4 Kilometern und wir
trennten die Gruppe auf, um mehr in Fahrt zu bleiben. Es war klasse,
wie Morgan das Tempo vorgab, vor manchen Kurven den richtigen Gang
ansagte, weil es danach kurz und steil bergauf ging. Perfektes Guiding
war das und wir hatten alle einen Riesenspaß und immer noch genug Zeit
um eindrucksvolle Fotos zu schießen.
Nach
der Tour ging es zum Lunch in ein typisch amerikanischen Restaurant und
für den Nachmittag stand ein Downhill auf dem Programm.
In Hurricane sollte es der Jem Trail werden. Auch hier gab es wieder einen Vorgeschmack auf die Touren der nächsten Tage. Wir starteten am Jem Trailhead von einem Parkplatz aus. Mark fuhr mit dem Van auf der Straße zu unserem Zielort und wir hatten 1 ½ Std. Downhill vor uns.
Jeden
Moment hatte man den Eindruck, dass Winnetou um die Ecke gebogen kommt
und uns sein Indianerland zeigt. Anfangs ging es flowig über schön weit
geshapte Trails dahin, danach wechselte der Trail an die Kante des
Canyons, den sogenannten Rim, und wir fuhren oben auf dem Rim entlang.
Wenige Meter neben uns ging es senkrecht 100 Meter runter, unten
schlängelte sich der Fluss durch das Tal und wir bekamen einen Ahnung,
wie Porcupin Rim werden würde. Dann wurde es steiler und wir fuhren in
eine Canyon hinunter. Lockeres Steingeröll, Spitzkehren und ausgesetzte
Wege, unten im Canyon wurde es etwas flacher und wir fuhren, immer
wieder den kleinen Fluss querend, Richtung Talausgang. Unten erwartet
uns ein grinsender Mark. Unsere lachenden Gesichter bestätigten ihm,
dass er uns heute morgen nicht zu viel versprochen hat.
Am
Abend sind wir dann in ein klasse italienisches Restaurant gegangen und
haben prima Pasta und leckere Hauptgerichte bekommen. Grenzwertig ist
die Abrechnerei mit einer großen Gruppe. Meist wird alles auf eine
Rechnung geschrieben und mit einem Service Aufschlag versehen. Die
Regel ist, dass man 10-15% Trinkgeld dazu gibt, je nach dem wie gut es
einem gefallen und geschmeckt hat. Den Spruch des Tage prägte heute
Markus: „Romantik wird völlig überbewertet“
Nach einer weiteren Nacht im Hampton Hotel ging es dann früh los nach Ritchfield. Ziel des heutigen Tages: Thunder Mountain! Wir fuhren direkt in den National Dixi Park an den Coyote Hollow Trail.
Auch hier ging es wieder vom Trailhead Parkplatz ein kurzes Stück
bergauf und dann gab es einen Flash nach dem anderen. Rote Berge, dazu
grüne Tannen und Fichten soweit das Auge reichte, es war ein
einzigartiges Panorama und nicht nur unsere Fotografen waren hin und
weg. Da machte es auch nichts, dass das Wetter heute leicht zugezogen
hatte.
Niemand
von uns hatte jemals zuvor in solch einer Kulisse biken dürfen.
Normalerweise fährt man die Tour in 2 ½ Stunden, doch wegen der vielen
Stopps und Fotopausen wurden daraus gleich mal fast 4 Stunden.
Was
soll ich viel sagen, die Trails waren gemalt und so flowig geshapt,
dass wir teilweise mit einem irren Tempo gefahren sind, kleine Anlieger
haben uns durch die Kurven getragen und die Aneinanderreihung von Turns
war sagenhaft. Wer immer die Möglichkeit hat in Utah einmal zu biken,
darf diesen Spot nicht verpassen. Er ist einfach verdammt gut. Nach 2/3
der Strecke begann es hinter uns in den Bergen zu blitzen und donnern
und wir machten schnell noch ein paar Fotos um dann an einem Stück
durch zu ziehen. Es war so der Hit, es lässt sich kaum beschreiben.
Mark wartete am Auto schon auf uns und war froh, dass wir rechtzeitig
vor dem Gewitter unten waren. Er hatte Sandwiches und Getränke besorgt
und so standen wir alle auf dem Parkplatz hatten ein dickes Sandwich in
der Hand und ein fettes Grinsen im Gesicht.
Das
war jetzt eine hohe Vorgabe für unseren Nachmittags Trail, den wir nach
einer kurzen Fahrt mit dem Van schnell erreicht hatten. Losee Canyon Trail.
Hätten wir diesen Trail an einem anderen Tag gefahren, er hätte uns
sicher aus den Schuhen gehauen, aber nach Thunder Mountain gibt es
keine Steigerung und so fuhren wir diesen Trail wie in einem Film,
genossen die Begegnung mit einer Gruppe von Cowboys, schossen mit den
Bikes durch den kleine Creak, überquerten Brücken und machten noch ein
paar schöne Fahrtechnik Aufnahmen. Aber jeder von uns hatte den
Vormittag im Kopf und wenn Mark gesagt hätte er fährt mit uns noch
einmal an den Trailhead, keiner hätte abgelehnt!
Leider
mussten wir uns heute von Mark verabschieden. Er hat uns „seine“ besten
Spots gezeigt, hat uns Infos und Tipps gegeben, war für jeden Spaß zu
haben und nicht zuletzt hat er uns perfekt verpflegt. Mark, vielen
Dank, das war ein perfekter Job! Wir werden uns sicher wieder sehen.
Roadtrip Utah 2009
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Für uns hieß es nun nach Moab aufzubrechen. Eine weitere Nacht in Ritchfield und dann waren wir nach 3 Stunden Fahrt in Moab.
Moab,
die legendäre Mountainbike Stadt hält alles was man vorher gelesen oder
gesehen hat. Mitten in den Bergen dreht sich hier alles ums
Mountainbiken. Keine Kneipe, kein Shop, keine Tankstelle, die nicht
irgend etwas mit Biken zu tun hat. Im Hotel werden die Bikes wie
selbstverständlich mit aufs Zimmer genommen und wenn man am Abend sein
Bike kurz abwaschen will geht man schnell über die Straße und kann beim
Bikewash das gute Stück für den nächsten Tag herrichten. Gleich auf dem
Hotelparkplatz treffen wir Chrisy unser local Guide für die nächsten
beiden Tage. Neben ihrem Krankenschwestern Job führt sie seit Jahren
Mountainbike Gruppe über die Trails von Moab und wir waren so
begeistert von ihr, dass wir sie für den Herbst nach Europa eingeladen
haben, damit sie bei unserer Indian Summer Tour im Vinschgau dabei sein
kann. Aber der Reihe nach.
Schon
die Fahrt nach Moab ist ein Erlebnis, wir klettern mit unserem Van auf
3000 Meter und haben bei Zion eine fantastischen Blick über die Indianerlandschaft von Utah. Das Land ist gewaltig und das Adjektiv „klein“ haben wir schon mal komplett aus unserem Wortschatz gestrichen.
Nachdem wir im Hotel schnell eingecheckt haben geht es auch schon los und wir machen uns auf den Weg zum legendären Moab Slickrock Mountainbike Park.
Jep, es ist genau das wonach es sich anhört, ein Park ganz allein für
Mountainbiker. Trails und Touren von unterschiedlicher Länge und mit
unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Vergesst die Vorschriften und das
Regelwerk aus den Alpen, hier wurde ein Naturpark für Mountainbiker
hergerichtet und alle notwendigen Voraussetzungen dazu zu 100%
umgesetzt. Es ist einfach unglaublich.
Die
ehemalige Dünenlandschaft wurde durch Natureinflüsse in den
Jahrhunderten zu hartem Sandstein, wobei die Form der Dünenlandschaft
vollständig erhalten geblieben ist. Man „surft“ mit dem Bike durch die
Dünen, hat einen wunderbaren Flow und kommt aus dem Staunen nicht
heraus. So weit das Auge reicht, roter Sandstein, oder der Kane River, von weitem der Porcupine Rim und ansonsten nur Biketrail.
Gigantisch. „Follow the white dots“ stand am Anfang auf der großen
Tafel die uns willkommen geheißen hat. So schützt man die Natur und ist
immer sicher unterwegs.
Wir
flippen fast aus, wollen losdüsen und uns diesen Spaß nicht nehmen
lassen. Zum Glück haben wir Chrisy dabei, die unser Tempo etwas
einbremst und uns darauf aufmerksam macht, dass wir in den nächsten 4
Stunden an keiner Wasserstelle vorbei kommen und mit unseren Kräften
haushalten sollen, es hat immerhin 38 Grad und die Anstiege sind
teilweise supersteil, eigentlich nicht fahrbar und nur wegen des extrem
griffigen Sandsteins zu schaffen.
Immer
wieder cruisen wir die Dünen hinunter und werden in der Kompression
richtig zusammen gedrückt um dann umso schneller wieder in den Uphill
zu schießen. Es ist fantastisch und wir wollen immer weiter und weiter.
Aber natürlich hatte Chrisy recht und nach zwei Stunden machen wir erst
mal eine richtige Pause. Die Hitze zehrt an den Kräften und wer nicht
genug Wasser dabei hat, sorgt sich schon ein bisschen. Aber
letztendlich treibt uns der Spaß immer weiter voran und die Fotos die
wir schießen sind so einzigartig, dass wir gar nicht wissen, welches
wir hier für die Auswahl hernehmen sollen. Als wir wieder am Parkplatz
ankommen sind wir ko und glücklich. Die flotte Abfahrt über Asphalt bis
zum Hotel geht wie im Rausch. Freudestrahlend setzen wir uns auf der
Hotelterrasse zusammen und genießen erst mal ein kühles Budweiser. Am
Abend geht es dann in die Moab Brewery und wir gönnen uns noch ein Bier
und lassen uns die Steaks schmecken. Die Stimmung in der Gruppe war
schon die ganze Zeit gut, aber heute ist sie so gelöst und entspannt
wie noch nie, vielleicht weil jeder von uns einen gigantisch großen Biketag erlebt hat.
Die
meiste Arbeit hat heute Markus vollbracht, er hat sein Orange mit den
Flatpadels so die steilen Anstiege hochgetrieben, dass wir alle vor
Bewunderung Respekt gezollt haben. Johanna, Daniel und Manfred kamen
erst beim Dunkel werden vom Berg zurück. Professionell Fotos machen
kann manchmal richtig in Arbeit ausarten. Aber wie wir sehen konnten,
hat es sich gelohnt.
Mein Spruch des Tages: „Es gibt ein Leben nach dem Forstweg“
Was soll jetzt eigentlich noch an Steigerung kommen? Nach Thunder Mountain und Slickrock geht doch gar nicht mehr mehr, oder?
Es
geht, glaubt mir, ich hab es selbst erlebt. Es geht, weil es noch etwas
total anderes gibt als das was wir bisher erlebt haben. 37 Kilometer Downhill durch mindestens drei verschiedene Vegetationszonen.
Am
Morgen kommen wir nur zäh aus den Betten, die letzten Tage habe Kraft
gekostet und die Fahrerrei durch Utah steckt uns in den Knochen. Nach
einem schnellen Frühstück sitzen wir im Auto von Porcupine Shuttle und
lassen uns auf über 2500 Meter shuttlen. Vor uns liegen ca. 2800
Tiefenmeter auf ca. 37 km. Niemand von uns hat so etwas vorher gemacht.
Auch unsere Profis in der Gruppe stehen vor einer neuen Erfahrung.
Tendenziell geht es heute bergab, aber ein paar Anstiege sind auch
dabei und so wird auch dieser Tag wieder einiges an Kalorien
verbrennen. Oben auf dem Porcupine Trailhead ist
es frisch, wir ziehen unsere Jacken über, einige von uns holen ihre
Protektoren raus. Johanna checkt die Bikes, bei Chrisy muss die Bremse
noch mal nachgestellt werden. Dann cruisen wir durch einen Birkenwald
zum Anfang des Trails. Und Birkenwald heißt hier gleich mal richtig
großer Birkenwald. Das Laub ist maigrün und Manfred unser Fotograf
lässt gleich mal anhalten ...! Von weitem hören wir das Geheule einer
Hundemeute, die auf Fuchsjagd gehen. Wir wollen Tiefenmeter sammeln.
Also, dann mal los.
Der
Trail beginnt flowig und zieht in weiten Bögen über erdigen Untergrund.
Es ist kitschig ohne Ende, ein Blumenmeer wird von einem hand geshapten
Trail durchzogen, Originalton Daniel: „Alter, wie krass ist das denn
hier“. Und stürzt sich in den Flow. Der Trail teilt sich, kreuzt sich
nach einigen hundert Metern um dann wieder zusammen geführt zu werden.
Schon jetzt huldigen wir den begnadeten Händen, die hier gearbeitet
haben. Wieder geht es durch ein Waldstück um dann an einem Forstweg zu
kreuzen. Hier treffen wir uns alle wieder. Keiner sagt viel, alle
suchen nach Worten, nur Daniel nicht, der springt einfach mal über den
Forstweg drüber.
Dann wird es aus dem Singletrail ein Doubletrail.
Wie es sich zeigt gibt es aber nur eine gute Linie und wir ziehen durch
ein Gebiet von Feldern und Wiesen, immer noch auf erdigem Untergrund.
Allmählich nähern wir uns dem Rim, die Kante an der der Trail entlang
führt, teilweise nur wenige Meter vom Abgrund entfernt, der hier bis zu
300 Metern in die Tiefe stürzt. Gigantisch. Vorher gibt es aber eine
kleine Pause in der Chrisy ihre ersten Deutschbrocken lernt. Da sie
hauptsächlich an Schimpfworten interessiert ist, loben wir hier mal
ihre schnelle Auffassungsgabe und verschweigen den Rest.
Ein
„Fotostein“ bietet noch mal einen tollen Hintergrund für Fotos und dann
geht es durch ein waldiges Stück mit unendlich vielen engen Turns, die
sich sehr flüssig fahren lassen.
Roadtrip Utah 2009
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Immer
wieder kommen wir an den Rim und manchmal fahren wir mehrer 100 Meter
am Abhang entlang. Nun wird der Untergrund steiniger und ruppiger, aber
die Stufen sind gerade so hoch, dass sie sich noch gut fahren lassen
und immer wieder gibt es riesige Felsplatten, die den Armen eine kurze
Pause gönnen.
Die
Hälfte des Wegs ist geschafft und wir packen unser Sandwiches aus und
diskutieren mit einer Gruppe amerikanischer Bombenleger über den Trail
und was uns alle noch erwartet. Immer wieder ist ein Platten zu flicken
und unser Klaus Stöhr ist heute mit zwei Durchschlägen der Rekordhalter
in der Gruppe, er lässt seinem Rocky Mountain auch freien Lauf und
kennt keine Gnade.
Nun wird es noch einmal richtig technisch und Thomas spürt seinen Sturz vom Ghoosberry Trail, bei
dem er sich die Rippen geprellt hat. Die Stufen werden höher, der
Untergrund wechselt zu losen Geröll, an manchen Stellen steigen wir
besser ab und schieben und tragen die Bikes. Nach der Schotterpassage
wechseln wir wieder auf roten Sandstein, teilweise sind die Trails sehr
schmal und führen fast die ganze Zeit am Rim entlang, aber der Flow ist
wieder da, wir wagen kleine Sprünge, schlängeln uns zwischen mannshohen
Steinen hindurch und finden ab und zu einmal Zeit das gigantische
Panorama zu genießen. Der Canyon wird enger und unten zieht sich das
grüne Band des Colorado Rivers entlang. Wir vernichten mächtig
Höhenmeter und nehmen immer mehr Fahrt auf. Die Jungs mit den flachen
Pedalen und langen Federwegen sind heute endlich mal im Vorteil, von
ihnen sehen wir nur das Hinterrad. Aber wartet nur, der nächste
Gegenanstieg kommt bestimmt. Heute zwar nicht mehr, aber die Geschichte
mit dem Lieblingsuphill kommt ja später noch einmal.
Voller Endorphine treffen wir uns alle auf dem Parkplatz unten am Colorado River und müssen uns erst einmal setzen. Porcupine Rim. Wir haben ihn gefahren ... und wie.
Es war die absolute Krönung eines total gigantischen Trips durch Utah
und als wir am Abend wieder in der Moab Brewery zusammen hocken und auf
unser verdienten Bier warten ist allen klar. Wir haben eine der
eindrucksvollsten Bikewochen erlebt, die man hier auf unserem Planeten
machen kann. Wer immer die Möglichkeit hat hierher zu kommen, sollte
sich diese Chance nicht entgehen lassen. Es war awesome, wie der Amerikaner sagt, totaly awesome.
Unser
Trip durch Utah ist damit zu Ende. Wir machen uns auf den Weg nach
Norden. Wir wollen die kanadischen Rocky Mountains kennen lernen.
Dazwischen liegen 1800 km und ein Ort namens Butte. Aber das ist eine
eigene Geschichte wert und deshalb ist für heute erste einmal alles
gesagt. Nur noch soviel: „Biken ist besser als nicht Biken“